Die besten günstigen MIDI-Keyboards für Einsteiger (die im Browser funktionieren)
· 5 Min. Lesezeit · Play With Keyboard
Ein MIDI-Keyboard macht aus dem Browser ein echtes Übungsinstrument, mit leisen und lauten Tönen. Worauf du beim Kauf achten solltest, damit es ohne Treiber sofort funktioniert.
Ein günstiges MIDI-Keyboard funktioniert im Browser, wenn es „class compliant“ ist, also ohne Treiber per USB läuft. Dann steckst du es an, klickst auf „MIDI-Keyboard verbinden“ und spielst sofort, in Chrome, Edge, Opera oder Firefox. Für den Schreibtisch reichen 25 bis 37 Minitasten, wer Platz hat, nimmt 49 oder 61 Tasten in voller Größe.
Warum überhaupt ein MIDI-Keyboard?
Mit der PC-Tastatur spielst du Melodien schon sehr gut. Zwei Dinge kann sie aber nicht:
Lautstärke: Jede Computertaste klingt gleich laut. Ein MIDI-Keyboard mit Anschlagdynamik misst, wie fest du drückst. Unsere Instrumente spielen dann leise oder laut.
Klaviergefühl: Schwarze und weiße Tasten liegen da, wo sie hingehören. Akkorde mit drei Fingern sind kein Problem.
Ein MIDI-Keyboard macht selbst keinen Ton. Es schickt nur Signale an den Computer, der Klang kommt von der Website. Deshalb sind diese Geräte deutlich günstiger als ein E-Piano.
Die fünf Kaufkriterien
1. Class Compliant (das Wichtigste)
„Class compliant“ heißt: Das Keyboard nutzt den USB-MIDI-Standard und braucht keinen eigenen Treiber. Windows, macOS, Linux und Chromebooks erkennen es von selbst, und der Browser kann es direkt ansprechen. Such auf der Produktseite des Herstellers nach „class compliant“ oder „treiberlos“. Steht da nur „benötigt Treiber“, lass es liegen.
2. Anzahl der Tasten
Tasten | Gut für | Platzbedarf |
|---|---|---|
25 | Melodien, Reisen, kleiner Schreibtisch | etwa so breit wie eine PC-Tastatur |
32 bis 37 | Melodien mit etwas Luft, einfache Begleitung | etwas breiter als eine PC-Tastatur |
49 | beide Hände, einfache Klavierstücke | eigener Tisch oder Ständer sinnvoll |
61 | den ganzen Tonumfang unseres Klaviers | eigener Platz nötig |
Unser Klavier reicht von C2 bis C7. Das ist genau der Umfang eines 61-Tasten-Keyboards. Töne außerhalb des Bereichs eines Instruments werden einfach ignoriert, bei kleinen Keyboards hilft die Oktav-Taste am Gerät.
3. Minitasten oder volle Größe
Minitasten sind schmaler und kürzer als Klaviertasten. Für Melodien und zum Ausprobieren reichen sie völlig. Wer später auf ein echtes Klavier umsteigen will, gewöhnt sich mit Tasten in voller Größe besser an die Abstände.
4. Anschlagdynamik
Im Datenblatt heißt das „velocity sensitive“ oder „anschlagdynamisch“. Fast alle aktuellen Controller haben das, aber prüf es trotzdem. Ohne Anschlagdynamik bringt dir das Keyboard gegenüber der PC-Tastatur nur halb so viel.
5. Anschluss und Kabel
Die meisten Keyboards bekommen Strom und Daten über ein einziges USB-Kabel. Achte auf den Stecker am Gerät (USB-B, Mini-USB oder USB-C) und am Rechner. Hat dein Laptop nur USB-C, brauchst du eventuell einen Adapter. Pads und Drehregler sind ein nettes Extra, für unsere Seite aber nicht nötig. Bluetooth-MIDI ist möglich, USB ist für den Anfang einfacher und zuverlässiger.
Modelle, die Einsteiger oft kaufen
Diese drei kleinen Controller werden als class compliant angeboten. Prüf trotzdem vor dem Kauf das aktuelle Datenblatt, Hersteller ändern Modelle und Revisionen.
M-Audio Keystation Mini 32 MK3: 32 anschlagdynamische Minitasten, Strom über USB. Der Hersteller schreibt ausdrücklich „class-compliant“. Im Karton liegt ein Kabel von USB-A auf Mini-USB.
Akai Professional MPK Mini MK3: 25 anschlagdynamische Minitasten, dazu 8 Pads und 8 Drehregler. Strom über USB. Die Pads kannst du mit unserem Schlagzeug nutzen.
Novation Launchkey Mini MK4: mit 25 oder 37 Minitasten, Anschluss über USB-C, als class compliant beschrieben.
Für 49 oder 61 Tasten in voller Größe gilt dasselbe: Auf der Herstellerseite nach „class compliant“ suchen. Einfache Controller ohne eigene Klänge sind meist günstiger als Keyboards mit Lautsprechern.
Vorsicht bei No-Name-Geräten: Sehr billige Keyboards ohne bekannte Marke haben oft keine klaren Angaben. Kauf sie nur, wenn „class compliant“ oder „USB-MIDI ohne Treiber“ dasteht und du sie zurückgeben kannst. Musikalienhändler wie Thomann oder Musicstore und auch Amazon.de listen die technischen Daten meist mit auf.
Der 60-Sekunden-Test auf unserer Seite
Schließ das Keyboard per USB an den Computer an.
Öffne das Klavier in Chrome, Edge, Opera oder Firefox.
Klick auf „MIDI-Keyboard verbinden“.
Der Browser fragt, ob die Seite MIDI-Geräte nutzen darf. Klick auf „Zulassen“.
Drück eine Taste. Die passende Taste am Bildschirm leuchtet auf und du hörst den Ton. Drück einmal leise und einmal fest, dann hörst du den Unterschied.
Für Schlagzeug: Öffne das Schlagzeug. Pads, die nach General MIDI belegt sind, spielen dort Bassdrum, Snare und Becken.
Wenn „MIDI blockiert“ erscheint, hast du die Anfrage abgelehnt. Erlaube MIDI dann in den Website-Einstellungen des Browsers (meist über das Schloss-Symbol neben der Adresse) und lade die Seite neu.
Ein gutes erstes Stück mit dem neuen Keyboard ist die Ode an die Freude. Die Hintergründe zu Beethoven und die Tasten für die PC-Tastatur findest du in Beethoven in 60 Sekunden. Und wenn du ganz neu bist: Musik mit der PC-Tastatur spielen.
Häufige Fragen
Funktioniert ein MIDI-Keyboard in Safari oder auf dem iPad?
Nein. Safari unterstützt die Web-MIDI-Schnittstelle nicht. Auf iPhone und iPad nutzen alle Browser die Safari-Technik, deshalb klappt es dort auch in Chrome nicht. Unsere Seite blendet den Knopf dort aus.
Welche Browser gehen?
Chrome, Edge und Opera auf Windows, macOS, Linux und ChromeOS, außerdem Firefox ab Version 108. Auf Android sollte Chrome mit einem USB-OTG-Adapter funktionieren, das haben wir aber noch nicht getestet.
Brauche ich eine Software oder einen Treiber?
Bei einem class-compliant Keyboard nicht. Du brauchst nur den Browser. Keine DAW, kein Plug-in, kein Konto.
Reichen 25 Tasten?
Für Melodien ja. Die meisten Lieder auf unserer Seite liegen innerhalb von zwei Oktaven. Mit den Oktav-Tasten am Keyboard kommst du auch an höhere und tiefere Töne.
Kann ich ein altes Keyboard mit MIDI-Buchse anschließen?
Ja, mit einem USB-MIDI-Interface (Kabel mit USB auf der einen und runden 5-Pol-Steckern auf der anderen Seite). Auch hier gilt: auf „class compliant“ achten.
Quellen
Auch verfügbar auf: English, Español, Português, Français, Türkçe, Italiano